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Shownotes
Kinderschutzfälle sind zu komplex, als dass eine einzelne Berufsgruppe allein alles sehen und richtig einschätzen könnte. Wenn verschiedene Fachleute zusammenarbeiten, entsteht ein vollständigeres, realistischeres Bild vom Kind und seiner Situation. Doch in der Praxis prallen häufig unterschiedliche Berufslogiken, Zuständigkeiten und Kommunikationsstile aufeinander.
Wie kann interdisziplinäre Kooperation im Kinderschutz gelingen? Sabrina Müller-Kolodziej hat im Kompetenzzentrum Kinderschutz NRW an einem Projekt dazu mitgearbeitet und berichtet im Kinderschutz-Kompass von den Erkenntnissen.
Zum Projektbericht „Gemeinsam Kinderschutz gestalten“
Zur Dokumentation „Die Kinder, die keiner schützte“
Zum Gutachten von Prof. Dr. Rolf Jox „Datenschutz im Kinderschutz“
IKIK: Fortbildungsangebote zur interdisziplinären Kooperation im Kinderschutz finden
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00:00:03: Jede Fachkraft, die der Institution hat einen anderen Blickwinkel auf ein Kind und seine Familie.
00:00:08: Und erst durch den Zusammenschluss der Perspektiven entsteht ein vollständiges Bild!
00:00:20: Zum Kinderschutzkompass hier aus dem Kinder-Schutzbund NRW.
00:00:24: Schön, dass ihr dabei seid!
00:00:25: Ich bin Nicole Vergine zuständig für Presse und Öffentlichkeitsarbeit – heute geht es um interdisziplinäre Kooperation im Kinderschuss.
00:00:34: Das ist ja erstmal so ein Wort….
00:00:36: Naja, das kennt Sperrich aber jeder der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet hat in irgendeiner Form einen Thema damit und deswegen steht das heute bei uns hier im Kindeschutzkampass im Mittelpunkt.
00:00:48: Ich bin letztens Fahrrad gefahren durchs Weser-Bergland auf dem Weser Radweg und da ging es durch Hameln, auch an Bad Pyrmont in der Nähe vorbei.
00:00:58: Und ich habe auch Lüchte gelesen!
00:01:01: Da geht ja sofort dieser Film im Kopf los schrecklichste sexualisierte Gewalt gegen viele Kinder.
00:01:09: Dieser Ort Lüchter und dieser Missbrauchskomplex hat dazu geführt dass wir uns heute mit interdisziplinärer Kooperationen im Kinderschutz
00:01:33: Also ganz sicher und seriös lässt sich das ja im Nachhinein gar nicht so sagen.
00:01:37: Wahrscheinlich hätte eine bessere Kooperation, die Situation zumindest insofern verbessert als dass man Kette schneller eingreifen können wenn Hinweise aus der Kita im Kinderschutzbund und dem Umfeld konsequent zusammengeführt werden, als Gesamtbild bewertet werden.
00:01:53: Und dann miteinander abgestimmtes Handeln funktioniert.
00:01:57: Dann ändert das was im Kindeschutzprozess Klar ist, mehr Verbindlichkeit im Informationsaustausch, klare Zuständigkeiten und schnelleres gemeinsames Handeln hätten die Schutzlücke vermutlich verkleinert.
00:02:11: Beim Fahrradfahren abends im Hotel habe ich ja eben von erzählt diese Dokumentation in der ARD-Mediathek noch mal gesehen, die eigentlich sehr gut erklärt was in Lüchte konkret passiert ist.
00:02:24: Eigentlich war es ein Versagen jeder einzelnen Institutionen.
00:02:29: Jugendamt hat nicht gut kooperiert oder die beiden Jugendämter aber die Landesgrenzen hinweg.
00:02:35: Es gab Fehler bei der Polizei und, und ,und .
00:02:38: Aber eigentlich ist durch diesen Missbrauchskomplex in Lüchte diese Forderung nach der Zusammenarbeit im Kinderschutz so richtig nach vorne getrieben worden.
00:02:49: Stimmt das?
00:02:49: Das stimmt!
00:02:50: Es hat sich viel verändert seitdem vor allem hier in NRW.
00:02:53: Wir haben seit Jahrzehntausend zweiundzwanzig das Landeskinderschutzgesetz verbindliche Netzwerke Kinderschutz regelt, in denen die Jugendämter dazu aufgefordert sind alle Berufsgruppen, die mit Kindern zu tun haben.
00:03:07: Schule, Gesundheit, Justiz, Polizei, freie Träger, Eingliederungshilfe.
00:03:12: Die insoweit erfahrenen Fachkräfte alle einzulandend an einen Tisch zu holen, dass die miteinander sprechen und miteinander Verfahren vereinbaren im Kinderschutz.
00:03:20: Dass sie sich auch kennen lernen und miteinander gut in Kontakt kommen.
00:03:24: Außerdem wurde im Landeskinderschutzgesetz auch geregelt, das Fortbildungen interdisziplinär angelegt werden sollen.
00:03:31: Das ist ein toller Fortschritt!
00:03:32: Ich mag das Landeskindeschutzgesetz.
00:03:34: Im Landeskindenschutzgesetz steht ja nicht nur alles zum Netzwerk Kinderschutz, sondern auch zu Beginn.
00:03:39: Wird ganz deutlich geschrieben das Kinder-Schutz eine gemeinsame Aufgabe ist all dieser Berufsgruppen.
00:03:45: Dass es gar nicht geht dass wir immer denken das Jugendamt ist zuständig und das Jugendamte ist dann auch schuld, sondern dass wirklich alle gemeinsam für den kinderschutz auch verantwortlich sind.
00:03:54: Ich war mal auf einem Vortrag zur interdisziplinären Kooperation Und da stand das Bild eines Elefanten im Raum.
00:04:02: Was um Himmels Willen hat, ein Elefant mit Kinderschutz zu tun?
00:04:06: Das zeigen wir auch ganz gerne im Rahmen unseres Vortrags.
00:04:13: Man sieht eine Elefante und einzelne Forscher, einzelne Blinde.
00:04:17: Die versuchen herauszufinden was sie da vor sich sehen.
00:04:20: Und einer dieser blinden Menschen steht beispielsweise am Bein des Elefanten und kratzt daran rum und sagt das ist ein Baumstamm!
00:04:29: Und einer kratz am Ohr herum und findet heraus, dass es etwas anderes ist.
00:04:34: So hat jeder Blinde und jede Blinde die dort abgebildet ist ein eigenes Bild.
00:04:38: aber in Wirklichkeit ist es eben ein großer Elefant den aber gar nicht können, sondern nur wenn sie miteinander sprechen würden und miteinander die Informationen verbinden würden auch als Gesamtbild sehen würden.
00:04:50: Das Ziel des Ganzen ist ja der Blick fürs große Ganze es nur machbar durch mehrere Perspektiven.
00:04:56: Beim Kinderschutz ist es ja so dass eben auch verschiedene Berufsgruppen auf das Kind gucken und zum Beispiel die Ergotherapie sagt das Kind hat Entwicklungsverzögerung oder hat Wahrnehmungsschwierigkeiten Die Kita sagt Er hält sich aggressiv anderen gegenüber und jeder betrachtet so seine ... Berufsgruppe und seinen Schwerpunkt.
00:05:18: Und man muss dann das Kind sozusagen als Ganzes rausarbeiten, richtig?
00:05:23: Genau!
00:05:23: Es kann ja auch sein, dass bei der Polizei beispielsweise auch vorliegt, dass es da Paargewalt gab in dieser Familie – das weiß aber die Erzieherin nicht, das weiß auch nicht die Ergotherapeutin – und der Polizist weiß nicht, dass das Kind Entwicklungsverzögert ist.
00:05:36: Denn es braucht jeden Einzelnen und jede Einzelne um die Komplexität eines Falls zu erfassen auch geeignete Maßnahmen zu finden.
00:06:00: Wir haben erst mal geforscht, was gibt es alles?
00:06:02: Wir haben recherchiert.
00:06:03: Was wird darüber geschrieben in der Theorie?
00:06:05: wir haben eine Umfrage gemacht um herauszufinden wie sieht die interdisziplinäre Kooperationen in der kommunalen Praxis aus und haben so uns die Theorie angeschaut.
00:06:13: Wir haben uns die Praxis angeschaudt und dann daraus abgeleitet Handlungsempfehlungen geschrieben Wie interdiszieplinäre Kooperation gut funktionieren kann.
00:06:23: zu dem Zeitpunkt gab Es das landeskinderschutzgesetz noch nicht unser Projekt begann.
00:06:29: Das heißt, einige Forderungen nach Rahmenbedingungen haben sich schon bewahrheitet.
00:06:34: Aber einige Froderung auch nicht.
00:06:35: und da bleiben wir auch dran hier beim Kinderschutzbund das immer wieder zu fordern dass dann nochmal nachjustiert wird was die Rahmenbedienungen anbelangt
00:06:43: Dass uns mal einzelne Ergebnisse anschauen.
00:06:47: Was ist da wichtig damit verschiedene Berufsgruppen gut zusammenarbeiten können in einer Stadt In einer Gemeinde?
00:06:54: Also erst mal braucht es eben die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit.
00:06:58: Die gab es zwar schon vor dem Landesschutzgesetz, aber noch nicht richtig verpflichtend und die Jugendämter – auch andere haben sich da nicht so verantwortlich gefühlt.
00:07:08: Das ist jetzt geändert worden im Landeskinderschutzgesetz.
00:07:11: Aber es betrifft nur die Jugendämpter, die verpflichtet wurden sind.
00:07:14: Was noch fehlt?
00:07:16: Ist die rechtskreisübergreifende verpflichtende Regelung zum Mitwirkung am Netzwerk.
00:07:20: Das heißt beispielsweise die Polizistin oder Anwaltschaft.
00:07:24: Der Familienrichter, die Kinderärztin haben überhaupt nicht die Verpflichtung an diesem Netzwerk teilzunehmen.
00:07:30: Das Jugendamt muss die zwar einladen aber ob sie kommen oder nicht ist den letztlich freigestellt.
00:07:35: da müssten wir noch mal nachjustieren.
00:07:37: Dieses Netzwerk wenn jetzt jemand noch nie in so einem Netzwerk war oder das kann ich kennt wie kann ich mir das vorstellen?
00:07:43: Wir nehmen eine Stadt und das Jugendamt lädt ein.
00:07:47: es geht nicht um konkrete Kinderschutzfälle sondern darum sich allgemein kennenzulernen.
00:07:53: in den Kommunen geregelt.
00:07:55: Das können die Jugendämter sich auch selbst erst mal überlegen, wie sie das konzeptionell aufstellen.
00:08:01: Vor allem muss man auch überlegen lad ich jetzt die Leitungskräfte ein oder die Fachkräfte vor Ort?
00:08:06: Wen setze ich zusammen?
00:08:07: Wir können ja nicht alle aus der Schule einladen!
00:08:09: Alle Lehrer, alle Schulleitung, alle Schulsozialarbeiter und alle Polizisten und Kommissare, dass würde dem Rahmen sprengen.
00:08:15: Da muss man schon einmal gezielt schauen wer es so viel zuständig.
00:08:21: Aber das Ziel dieser Netzwerke ist doch, die Menschen kennen sich und wissen in einem speziellen Kinderschutzfall.
00:08:29: Könnte ich auch ein Arzt, eine Ärztin ansprechen bei der Polizei fragen?
00:08:34: Genau das ist das Ziel.
00:08:36: Von der Struktur her gäbe es die Möglichkeit gemeinsam über Fälle zu sprechen anonymisiert.
00:08:41: Da macht's das Legalitätsprinzip der Polizei etwas schwierig für diese daran teilzunehmen.
00:08:47: Wenn sie eine Straft hat hört Auch eine Anonyme muss sie dem nachgehen.
00:08:51: Das ist ihr Auftrag.
00:08:53: Und das macht es schwierig ganz offen über einen Kinderschutzfall zu sprechen Weil da ja nun mal auch Dinge zur Sprache kommen können die die Polizei aufhorchen lässt.
00:09:01: Okay, wenn man es mal bewertet.
00:09:03: Wir sind ja noch mittendrin aber nur einmal ganz kurz eine Zwischenbilanz zieht ist man da noch recht am Anfang richtig?
00:09:10: Ich würde sagen die ersten zwanzig Prozent haben wir schon überwunden.
00:09:14: Die Netzwerke stehen und wir haben eine rechtliche Rahmenbedingung.
00:09:18: Sie sind sehr gut ausformuliert.
00:09:20: Wir haben die Finanzierung.
00:09:21: Ach vielleicht sind wir sogar bei dreißig Prozent denn das habe ich noch gar nicht gesagt.
00:09:25: Die Finanzierung steht für den Netzwerk der Kinderschutz.
00:09:27: Das war eine große Hürde dass es kein Geld gab um sich zusammen zusetzen und auch kein Geld für gemeinsame Fortbildung.
00:09:32: Das gibt es jetzt, aber wir haben noch siebzig Prozent vor uns würde ich behaupten
00:09:38: wenn man mal Berufsgruppen hört wie die über andere Berufsgroupen sprechen.
00:09:43: Da stelle ich mir die Zusammenarbeit auch gar nicht so easy vor.
00:09:46: So Sozialarbeiter, da wird immer gesagt Gott bis man die mehr erreicht.
00:09:51: Die haben immer den Anruf beantworten lassen und da müssen sie sich erst im Team beraten
00:09:55: usw.,
00:09:56: wenn mein Leute über Ärzte und Ärztin sprechen hat dann sagt man ach die meinen immer irgendwie die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und die haben sowieso eine Lösung weil die direkt Diagnosen stellen und so also diese Sicht aufeinander.
00:10:09: das stelle Ich mir ein Problem vor.
00:10:11: Na klar, ein großes Problem.
00:10:12: Ich habe bisher nur von den Rahmenbedingungen gesprochen.
00:10:14: Wir können jetzt mal über die Haltung sprechen Was es braucht für eine kooperationsfähige Haltung.
00:10:20: Also es ist eben wichtig, dass man die Grenzen und Pflicht in den anderen Berufsgruppen beachtet und auch respektiert.
00:10:28: Und genauso ist das wichtig im Umkehrschluss, dass Man Transparenz herstellt und die Karten offenlegt um Verständnis zu ermöglichen bei den anderen Berufsgruppe also Die Karten offeneckt wie ich arbeite und an welche Rahmenbedingungen Ich gebunden bin und wieso ich so entscheiden muss.
00:10:44: das muss ich ja einmal transparent darlegen für die andere Berufsgruppe, damit ihr das überhaupt verstehen kann.
00:10:50: Das heißt wir können nicht immer nur im Blick haben wie kann ich dem anderen beweisen dass ich recht habe?
00:10:55: Im Sinne eines Konkurrenzkampf sondern es ist immer wichtig, dass der Blick auf's Kind da sein muss!
00:11:00: Wir müssen immer wieder zurück zum Fall gehen, immer wieder mit Blick aufs Kind überlegen was hilft es dem Kind jetzt wenn ich das tue oder das sage was ich da
00:11:09: mache?!
00:11:09: Wir brauchen die Bereitschaft wirklich verstehen zu wollen wie mein Gegenüber sieht.
00:11:14: Also ein wirkliches Interesse daran, was kann mir diese Berufsgruppe hier noch helfen in diesem Fall?
00:11:20: Was hat die vielleicht mitbekommen?
00:11:22: Was kann sie noch an Maßnahmen ergreifen?
00:11:24: Also selbst ich lerne immer wieder noch dazu.
00:11:26: wenn ich mit anderen Berufsgroupen spreche denke ich mehr oh wow!
00:11:30: Diese Möglichkeit habt ihr super.
00:11:32: es braucht diese Offenheit.
00:11:33: Offenhalt und auch die Sprache stelle ich mir wichtig vor.
00:11:37: jeder und jede von uns sitzen und wieder beim Arzt und denkt Was um Himmels Willen möchte er mir damit sagen?
00:11:45: Ärzte haben eine bestimmte Sprache und alle anderen auch.
00:11:49: Wir haben ein Zertifikatskurs damals entwickelt im Rahmen unseres Projektes, und in diesem war Sprache auch ein großes Thema.
00:11:56: Denn als wir die Erwartungen zu Beginn abgefragt haben, kamen einige berechtigterweise auf die Idee, wir können eine gemeinsame Sprache entwickeln.
00:12:05: Das ist aber nicht möglich, weil jede Organisation hat ihre eigene Kultur und Sprache.
00:12:10: Und so kam es in diesem Zertifikatskurs, in dem alle Berufsgruppen vertreten waren dazu dass ich einen Fallbeispiel ausgeteilt hatte und dann habe ich die ja von der Freien Jugendhilfe kommt ganz klar Kindesmutter abgekürzt als KM.
00:12:22: Und alle haben dieses Fallbeispiel gelesen.
00:12:24: und dann meldete sich der Kinderarzt und sagte das macht hier irgendwie alles keinen Sinn.
00:12:28: was heißt denn KM?
00:12:30: Und dann habe ich gesagt, na ist doch logisch Kindesmutter.
00:12:32: Und dann schaut er mich an und sagte nein in der Medizin sagen wir Kontrastmittel so An diesem kleinen Beispiel merkt man selbst kleinste Abkürzung.
00:12:42: Können was ganz anderes bedeuten.
00:12:44: und da müssen wir miteinander sprechen, wir müssen miteinander die Sprache des anderen lernen.
00:12:48: Selbst der Begriff Interdisziplinär ist ja in jeder Berufsgruppe anders besetzt.
00:12:53: In der Medizin wird interdisziplinäern genutzt um zu sagen unterschiedliche Disziplinen in der Medizin also Gynäkologie, Kinderheilkunde, Chirurgie das sind die verschiedenen Disziplin.
00:13:04: Das heißt wenn ich einem Arzt sagen würde arbeiten sie dann interdiszziplinäre ganz anderes darunter verstehen, als was ich darunter verstehe.
00:13:11: Aus dem Zertifikatskurs hat sich e-Kick entwickelt also ein Kurs den man bei uns buchen kann um zu lernen miteinander zu arbeiten.
00:13:19: in dem ursprünglichen Zertifikatskuss hatten wir auch Hospitationen angelegt.
00:13:23: anfänglich gab es Skepsis wurde gesagt Mensch formal ist das irgendwie so unklar und mit dem Datenschutz bin ich mir nicht sicher.
00:13:31: wenn da jetzt einen Polizist neben mir sitzt und ich arbeite beim Jugendamt was darf er sehen?
00:13:35: Was nicht?
00:13:36: Und als dann aber die Hospitation gelaufen sind, gab es eine große Begeisterung.
00:13:41: Dass ein gegenseitiges Verständnis aufgekommen ist, dass man Einblick in Sprach und Denken des anderen hatte, das man Vorurteile hinterfragt hat.
00:13:49: Also ich plädiere auch sehr für Hospitationen.
00:13:51: beieinander einfach mal kennenlernen wie die andere Berufsgruppe so arbeitet.
00:13:55: Du hast ja jetzt gerade erklärt warum es aus deiner Sicht so wichtig ist das Berufsgruppen und Menschen, die mit Kindern arbeiten zusammenarbeiten.
00:14:04: Wenn es um Gewalt- und Kinderschutzfälle geht.
00:14:07: Aber da geht's nicht nur um konkrete Handlungen?
00:14:10: Nein!
00:14:10: Es geht um die Perspektive aller, die wichtig ist, damit ich erstmal diesen ganz komplexen Fall der Familie und des Kindes verstehe.
00:14:19: Das heißt dass ich eben nicht wenn ich da die Metapher des Elefanten nochmal nehme stehe und sage oh ich habe hier ein Baum und deswegen muss sich die Rinde ein bisschen einpinseln dann geht's dir wieder besser sondern die anderen auch anrufe und mit einer anderen in Kontakt trete, die ich kennengelernt habe im Netzwerk um herauszufinden wie sieht denn das große Ganze aus?
00:14:38: Wie ist denn die Perspektive aller auf diesen Fall.
00:14:40: Ich werde nie die Perspective alle einfangen können aber wenn nicht doch schon Den Schwanz des Elefanten und das Ohr dazu nehmen kann ich mir dann ja schon weitere Gedanken machen, als wenn ich nur meine Perspektive nehme.
00:14:50: Viele sagen aber immer darf ich nicht!
00:14:52: Ich darf nicht bei der Kinderärztin anrufen wie sehen sie dieses Kind?
00:14:56: Weil da der Datenschutz vorsteht stimmt es?
00:14:59: Nein, der Datenschutz dient dem Kinderschutz.
00:15:03: natürlich dürfen wir beieinander anruffen Wenn wir uns Sorgen mein Kind machen wenn wir gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung haben.
00:15:10: Da haben wir auch ein ganz tolles Gutachten hochgeladen auf unserer Home die du schon genannt hast, indem solche Datenschutzfragen beantwortet werden.
00:15:18: Von Professor Jocks, wenn das jemand von euch suchen möchte auf Kinderschutz in NRW.de, da findet man es auf jeden Fall.
00:15:25: Wer koordiniert denn diese Beobachtung dann?
00:15:28: Das Jugendamt hat die Verpflichtungen dazu, den Menschen einzubeziehen.
00:15:32: Das Jugendamten bündelt die Informationen.
00:15:35: Okay!
00:15:36: Wenn ihr jetzt denkt so eine interdisziplinäre Kooperation würde ich ja auch gerne mal lernen wie man das machen kann.
00:15:42: Es gibt sehr viele Fortbildung und die findet ihr auf.
00:15:54: Und das hier, das ist die Broschüre gemeinsam Kinderschutz gestalten.
00:16:00: interdisziplinäre Kooperation in der kommunalen Praxis.
00:16:04: Das sind eure Projektergebnisse!
00:16:06: Genau,
00:16:06: die gibt es nicht nur gedruckt.
00:16:07: Die gibt es auch auf unserer Homepage auf www.kinderschutz-in-nrw.de.
00:16:16: Ich stelle mir jetzt vor jemand hört uns gerade zu Vielleicht eine Hebamme irgendwo in Nordrhein-Westfalen.
00:16:22: Und die denkt sich jetzt, ich würde gerne lernen wie ich besser mit den anderen Berufsgruppen in meiner Stadt zusammenarbeiten kann?
00:16:30: Was macht die Hebammen?
00:16:32: Könnt ihr auch ne Erzieherin sein oder ein Lehrer oder einen Arzt oder ne
00:16:36: Ärztin?".
00:16:37: Ich würde dazu raten dass sie erst mal beim Jugendamt anruft und herausfindet wer ist denn da die Netzwerke koordinierende welche oder welcher es für das Netzwerk Kinderschutz zuständig Und dort anfragt, ich möchte Teil des Netzwerks sein.
00:16:51: Wie kann ich das machen?
00:16:53: Wann ist das nächste
00:16:54: Treffen?".
00:16:55: Sie können auch direkt Berufsgruppen anrufen und in Kontakt treten.
00:16:59: Denn man ruft ja nicht gerne bei jemandem, an dem man nicht kennt.
00:17:02: Wenn dann ein Kinderschutzfall schon vorliegt, habe ich da Hemmungen anzurufen.
00:17:06: Aber wenn ich denjenigen schon kenne, wenn ich weiß wie der arbeitet... Zum Beispiel durch Hospitation.
00:17:10: Auch das ließe sich hier umsetzen, wenn sie sagt, ich will gerne kooperieren, dass die da Hospitation anfragt.
00:17:17: Was ich auch empfehlen würde, wäre an gemeinsamen Fortbildungen teilzunehmen mit anderen und diese so kennenzulernen.
00:17:23: So lerne ich nämlich nicht nur die Menschen kennen sondern auch deren Arbeitsweise.
00:17:27: Das zweite was total wichtig ist dass man auch im eigenen Haus klärt inwiefern Kooperationen mit anderen vorhanden sind.
00:17:35: Also schaut, wenn sie keine Leitung ist sondern zum Beispiel in einem großen Hebammenwerk arbeitet oder für einen Kreißsaal dass die im eigenen Haus erfragt.
00:17:44: ich möchte das wir Kooperation verbindlicher machen.
00:17:47: wie sind hier interne Abläufe?
00:17:49: wer gibt wann was an wen weiter?
00:17:51: also auch innerhalb der eigenen Organisation müssen sich Strukturen so entwickeln dass wir kooperationsfähig sind.
00:17:57: Wenn ich mir das so anhöre na das klingt ja alles.
00:18:00: ah bisschen mühsam.
00:18:02: Warum würdest du sagen, obwohl man sich ein bisschen bemühen muss, ein bisschen recherchieren auch selber aktiv werden sollte?
00:18:10: Auch wenn man nur auf ikig-nrw.de erst mal geht und guckt was gibt es für Fortbildung!
00:18:15: Man muss in jedem Fall aktiv werden.
00:18:17: Warum lohnt es sich denn
00:18:19: noch?!
00:18:20: Na, da komme ich zurück zum Elefantenbild.
00:18:22: Kein Einzelner und keine Einzelne sieht alles!
00:18:25: Jede Fachkraft, jede Institution hat einen anderen Blickwinkel auf ein Kind und seine Familie – und erst durch den Zusammenschluss der Perspektiven entsteht ein vollständiges Bild.
00:18:35: Und dafür lohnt es sich doch, denn wir wollen doch guten Kinderschutz leisten.
00:18:38: Wir wollen dass sich sowas wie Lüchte nicht
00:18:40: wiederholt.".
00:18:41: Niemand will, dass sich so was für ihn Lüchte wiederholt.
00:18:44: Und interdisziplinäre Kooperation, du hast es gesagt ist auf dem Weg!
00:18:49: Es ist noch nicht am Ende, es ist noch nie so einfach wie es sein könnte aber es ist auf den Weg.
00:18:54: Ja wunderbar.
00:18:55: herzlichen Dank Sabrina Müller-Kolacce aus dem Kompetenzzentrum Kinderschutz für den Besuch im Kinderschutzkompass und euch zu Hause im Auto im Bus im Zug wo immer uns zuhört.
00:19:05: einen schönen Tag tschüss tschüs.
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